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II. Unterstützungsmaßnahmen für Künstler*innen und Kreative, sowie andere im Kulturbetrieb arbeitende Personen


1. In Frankreich


1.1 Allgemeine Notfallmaßnahmen der französischen Ministerien für Wirtschaft und Arbeit

Die französische Regierung stellt Beschäftigten im Kultursektor verschiedene Mittel zur Verfügung: Solidaritätsfonds (Hilfe bis zu 1.500 €), Zahlungsaufschub (Mieten, Wasser-, Gas- und Stromrechnungen oder Sozialabgaben und Steuerzahlungen), abgesichert durch einen staatlichen Kredit.

Hier finden Sie Informationen über die Maßnahmen zur Unternehmensförderung des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums.

Das französische Arbeitsministerium bietet zusätzlich einen Beratungsdienst für Unternehmen und Arbeitnehmer an.


1.2 Spezifische Maßnahmen für den Kultursektor

  • Das französische Kulturministerium seinerseits bietet gemeinsam mit dem Arbeitsministerium Unterstützungsmaßnahmen für Arbeiter und Angestellte, die bei der Künstlersozialabgabe registriert sind („intermittents“) an,
  • Das französische Kulturministerium hat eine spezielle Rubrik auf seiner Website eingerichtet, auf der sich eine detaillierte Liste nützlicher Kontakte nach Sektoren sowie ein FAQ befinden.
  • Das Ministerium setzt seinen Informationsaustausch mit lokalen Behörden, Organisationen der kollektiven Verwaltung (organismes de gestion collective) und allen anderen Akteuren im Kultursektor weiterhin fort.

Komplementär sollen spezielle, auf die einzelnen künstlerischen Sparten zugeschnittene Maßnahmen identifiziert und ergriffen werden. Die dem Kulturministerium unterstellten nationalen Verbände der einzelnen Kultursparten (Kino, Bücher, Musik, Bildende Kunst) wurden aufgefordert, konkrete Unterstützungsmaßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen:

  • Das nationale Zentrum für Musik (Centre National de la Musique  CNM) hat für die Schaffung eines Hilfsfonds für Musik- und Varietéshowunternehmen gestimmt. Mit einem Gesamtbetrag von 11,5 Millionen Euro gewährt dieser Fonds Beihilfen von bis zu 11.500 Euros. Ab dem 18. Mai ist ein aktualisiertes Antragsformular verfügbar. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des CNM.

  • Am 3. April 2020 genehmigte das nationale Buchzentrum (Centre National du Livre – CNL) eine erste Bereitstellung von 5 Millionen Euros für einen Notfallplan. Von diesem Gesamtbetrag wird eine Million Euro als direkte Sozialhilfe für Buchautoren bereitgestellt, die nicht den von der Regierung eingerichteten nationalen Solidaritätsfonds nutzen können.

Anträge können über die Webseite der „Société des Gens de Lettres“ gestellt werden.

Parallel zu diesem Notfallplan gewährleistet das CNL die Aufrechterhaltung seiner wesentlichen Aufgaben im Rahmen seines Plans bzgl. beruflicher Fortsetzung in der Krise („plan de continuité d’activité“), indem es insbesondere die Zahlung der in der ersten Sitzung der Kommissionen und Ausschüsse gewährten Zuschüsse, die Bearbeitung der für die zweite Sitzung der Kommissionen und Ausschüsse eingegangenen Zuschussanträge und die Möglichkeit der Einreichung von Förderanträgen weiterhin garantiert.

Weitere Informationen über den Notfallplan und den Aktivitätsplan finden Sie auf der Website des CNL.

  • Das nationale Filmzentrum (Centre National du Cinéma et de l’Image Animée – CNC) bietet neben der Fortsetzung seiner Aufgaben durch einen Aktivitätsplan eine Reihe von Hilfs- und Notfallmaßnahmen für Unternehmen, Autoren und Freiberufler an, die auf der Website näher erläutert werden.

Mehr Informationen auf der Webseite des CNC.

  • Das Nationale Zentrum für Bildende Künste (Centre National des Arts Plastiques  CNAP) richtet einen Notfallfonds ein (500.000 Euros), um den Verdienstausfall von Künstlern, Autoren, Kuratoren, Kritikern und Kunsttheoretikern, die nicht den Solidaritätsfonds nutzen können, zu kompensieren. Nutzbar ist der Fonds, wenn Ausstellungen, Kuratorien oder Vermittlungsaktivitäten ausfallen. Das CNAP plant außerdem die Organisation einer Sondersitzung der Erwerbs- und Auftragskommission (Budget von 600.000 Euro) für französische Galerien und Künstler, die während der Corona-Krise, Ausstellungen oder Messebeteiligungen absagen mussten.

Mehr Informationen auf der Webseite des CNAP.

  • Das Nationale Zentrum für Zirkus-, Straßen- und Theaterkunst - ARTCENA (Centre National des Arts du cirque, de la rue et du théâtre) bietet eine Reihe rechtlicher Informationen speziell für den Bereich der darstellenden Künste an. Das gesamte Team der Rechtsinformationsbeauftragten ist unter der folgenden E-Mail-Adresse erreichbar: juridique@artcena.fr

Mehr Informationen auf der Webseite des ARTCENA.

  • Das nationale Zentrum für Tanz (Centre National de la Danse – CND) informiert über allgemeine und spezifische Fördermaßnahmen für den Kultursektor und die darstellenden Künste mit Fous auf das Arbeitsfeld der Choreographen.

Mehr Informationen auf der Webseite des CND.

  • Das Institut National des Métiers d'Art (INMA) bietet eine Liste der Maßnahmen zur Unternehmensförderung an, die für das Kunsthandwerk eingeführt wurden und voraussichtlich in der nächsten Zeit eingesetzt werden.

Mehr Informationen auf der Webseite von INMA.


2. In Deutschland


2.1 Allgemeine Unterstützung durch Bund und Länder


2.1.1 Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige

Seit dem 30. März 2020 bietet die Regierung für Soloselbständige, Kleinstunternehmer und Freiberufler eine Corona-Soforthilfe an. Antragsberechtigt sind einzelne Personen und Unternehmen bis 10 Mitarbeiter, die am Markt als Unternehmen tätig sind. Diese Soforthilfen können bis zum 31. Mai 2020 beantragt werden. Selbständige und kleinere Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern erhalten bis zu 9.000 € in drei monatlichen Zahlungen, Unternehmen bis zu 10 Mitarbeitern 15.000€. Zuständig für die Distribution der Gelder und die Überprüfung der Anträge sind die einzelnen Länder. Dementsprechend können die Formulare für diesen Fonds länderspezifisch angepasst sein. Eine Auflistung der Ansprechpartner der einzelnen Länder finden Sie regelmäßig aktualisiert vom BMWI hier.


2.1.2 Informationen für kleine, mittlere und große Unternehmen

Für größere Unternehmen (ab 10 Mitarbeitern) stehen durch verschiedene Fonds und Unterstützungsmaßnahmen seitens des Bundes zur Verfügung. Eine Auflistung mit Verlinkungen finden Sie untenstehend:


2.2 Unterstützung aus der Kulturlandschaft


2.2.1 Zusätzliche Maßnahmen durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Zusätzliche Maßnahmen, die spezifisch auf den Kulturbetrieb zugeschnitten sind, wurden seitens der Kulturstaatsministerin getroffen. Eine nähere Auflistung der Entscheidungen, wie Verzicht auf Rückforderungen oder Flexibilisierungen von Programmen finden Sie hier.


2.2.2 Maßnahmen des Privatsektors und Stiftungen

  • Bezüglich näherer Informationen zu Corona-Förderhilfen aus dem privaten Bereich und Stiftungsbereich möchten wir gerne auf die Internetpräsenz des Deutschen Kulturrates hinweisen, der regelmäßig auf spezifische Hilfestellungen der verschiedenen Kunstbereiche hinweist (Musik und darstellende Kunst, Film und Theater usw.),
  • Der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK) bietet eine Zusammenstellung mit hilfreichen Strategien und Informationen zur Selbstabsicherung,
  • Der Deutsche Kulturrat bietet einen Newsletter „Corona versus Kultur“ an. Hier wird auf informative Art und Weise auf Förderprojekte und aktuelle Herausforderungen sowie offene Briefe und Gesetzesentwürfe hingewiesen.
  • Die Kulturstiftung des Bundes lädt freischaffende Künstlergruppen dazu ein, sich mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf die eigene Kunstpraxis auseinanderzusetzen. In diesem Rahmen sollen insgesamt 130 Stipendien für freie Gruppen ab drei Mitgliedern in den Sparten Theater, Tanz und Musik vergeben werden. Einsendeschluss ist der 25. Mai 2020. Mehr Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie hier.

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