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Mitglied im DFKR von 1988 bis 1992
Christian Bourgois

Christian Bourgois (†), geboren am 21. September 1933 in Antibes, war ein Verleger und Gründer des gleichnamigen Verlagshauses. Nach seinem Studium am Institut d’études politiques (Science Po) in Paris, das er als Zweitbester nach Jacques Chirac abschließt, ging er an die École nationale d’administration (ENA), die er aber im Mai 1959 verließ, um im Verlagshaus von René Julliard als dessen Gehilfe zu arbeiten. Nach dem Tod von Julliard im Juli 1962 übernahm er die Leitung von éditions Julliard, das bald darauf von Presses de la Cité aufgekauft wurde. 1964 wechselte er wegen großer Uneinigkeit mit Dominique de Roux zu Grasset und kehrte dann mit voller Kraft wieder zurück.

1966 gründete er in enger Zusammenarbeit mit Dominique de Roux sein eigenes Verlagshaus, Christian Bourgois Éditeur. Zwischen 1968 und 1992 leitete er die Sammlung 10/18. 1989 erhielt er infolge der Veröffentlichung von Salman Rushdies Satanischen Versen Drohungen und musste sich daher in hohen Schutz begeben.

1992 verließ Christian Bourgois den Konzern Presses de la Cité und wurde wieder unabhängig. Von 1995 bis zu seinem Tod führte er den Vorsitz des Institut mémoires de l’édition contemporaine (IMEC) in Caen sowie der Commission de l'avance sur recettes (Vorschuss auf Einspielergebnisse) des „Centre national de la cinématographie“. Ebenso war er auch Mitglied des Verwaltungsrats des Centre Pompidou und des Theaters MC 93, weitere Funktionen hatte er unter anderem in der Nationalen Gewerkschaft für das Verlagswesen, in der Französischen Nationalbibliothek und im Centre national du Livre.

Er trug zur Bekanntmachung zahlreicher ausländischer Schriftsteller bei, vor allem von Jorge Luis Borges, William S. Burroughs, Jaume Cabré, Jim Harrison, Ernst Jünger, Antonio Lobo Antunes, Gabriel Garcia Marquez, Toni Morrison, Fernando Pessoa, Alexandre Soljenitsyne, Antonio Tabucchi und J.R.R. Tolkien. Er war ebenfalls Verleger von Boris Vian und Alain Robbe-Grillet, dem zu Bekanntheit verhalf.

Christian Bourgois starb am 20. Dezember 2007 in Paris.

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