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Der DFKR ruft zur Unterstützung der Künstler und der Kultur auf!

Mehr denn je müssen die Kunstfreiheit, die freie Meinungsäußerung und der Rahmen des Schaffens in Europa verteidigt und unterstützt werden: Diese Botschaft hat der DFKR anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2017 mit einem Video gesendet. Dieses war vom 10. bis 15. Oktober im französischen Pavillon und ist noch in den folgenden Wochen auf unserer Website und unseren Facebook- und Twitter-Seiten zu sehen.





57. Plenarsitzung | 13.10.2017 in Wiesbaden

Am 13. Oktober hat die 57. Plenarsitzung des Deutsch-Französischen Kulturrates auf Einladung des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier in Wiesbaden stattgefunden. Lesen sie hier mehr!

Im Rahmen der Sitzung hat der DFKR eine Stellungnahme zum Thema "Nationalismus – eine Bedrohung für die Kultur und die demokratischen Werte" verabschiedet. Hier finden Sie den Text!

 

 


Podiumsdiskussion "Kunst & Demokratie : Urheberrecht und Verbreitung in Europa" (Hamburg, 21. September 2017)

Helga Trüpel, Jean-Marie Cavada, Florian Drücke, Bruno Boutleux, Jan Hendrik Becker und Antoine Villoutreix (v. l. n. r.)
(Fotos: © Helga Trüpel ; Mathieu Cugnot © European Union EP 2013 ; © Markus Nass ; © Jean-Baptiste Millot ; © Jan Hendrick Becker ; © Chloé Desnoyers)

Die vierte und letzte Diskussionsrunde der Reihe "Kunst & Demokratie" hat am 21. September im Rahmen des Reeperbahn Festivals (das größte Clubfestival der Musik- und Digitalbranche in Deutschland - mehr als 37.000 Besucher im Jahr 2016) in Hamburg stattgefunden.

Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie und Bruno Boutleux, Generaldirektor von Adami (der französischen Verwertungsgesellschaft für ausübende Künstler), beide DFKR-Mitglieder, haben die zwei EU-Abgeordneten Jean-Marie Cavada (ALDE) und Helga Trüpel (Grüne/EFA) sowie den französischen Singer-Songwriter Antoine Villoutreix getroffen, um die aktuelle Reform des Urheberrechts in der Europäischen Union anzusprechen. Die Diskussion wurde vom NDR-Journalist Jan Hendrik Becker moderiert.

Die Redner waren sich schnell einig, dass es notwendig ist, neue Regeln für die Online-Plattformen wie Youtube oder Dailymotion aufzustellen, deren Inhalt durch Nutzer hochgeladen wird (User-Uploaded-Content). Das Ziel: dem sogenannten "Value Gap" entgegenwirken, welcher den Künstlern und Kulturschaffenden ihrer Vergütung beraubt, wenn ihre Werke in das Internet kommen.

"Um 100 € auf Youtube zu verdienen, braucht ein Künstler eine Million Aufrufe" – Bruno Boutleux


(Foto: DFKR / HCCFA)

Um dieses Phänomen in Ziffern auszudrücken, bezieht sich Bruno Boutleux auf eine Studie von seiner Verwertungsgesellschaft Adami: "Heutzutage muss ein Künstler 100 CDs verkaufen, um 100 € zu verdienen. Um die gleiche Summe auf Youtube zu verdienen, braucht er eine Million Aufrufe." Außerdem sind nur 46 Cent von den 9,99 €, die ein Spotify-Abonnement im Monat kostet, für die Vergütung von Künstlern bestimmt. Das heißt, dass sich alle Künstler, die im Laufe eines Monats von dem Abonnenten gehört werden, 46 Cent teilen müssen.

Eine Aussage, die zum Teil von Antoine Villoutreix bestätigt wird: "Ein Künstler kann schnell die Kontrolle über seine Werke verlieren, sobald er sie ins Internet stellt, sowohl in positiver (bessere Verbreitung beim Publikum) als auch in negativer Hinsicht (übermäßige Weiterverwendung, schlecht oder gar nicht bezahlt)." Er beklagt darüber hinaus die Tatsache, dass bis heute keine europäische Plattform im Internet existiert, die Youtube Konkurrenz machen könnte

Florian Drücke seinerseits hat daran erinnert, dass viele Partner, die sich die Einkommen im Kulturbereich (Künstler, Produzenten, etc.) teilen, hier Meinungsverschiedenheiten überwinden mussten. Die vorrangige Frage sei es, die juristischen Rahmenbedingungen neu zu definieren, welche während der kommenden zwanzig Jahre, maßgeblich für alle im Internet sein werden. Ein entscheidendes "Update" auf europäischer Ebene, das der deutsch-französische Motor begünstigen sollte.


Helga Trüpel und Florian Drücke (Foto: DFKR / HCCFA)

Der Kulturbereich in Europa, das sind 536 Milliarden Euro pro Jahr und 7,1 Millionen Arbeitsstellen“ – Jean-Marie Cavada

In dieser Frage haben die europäischen Abgeordneten Helga Trüpel und Jean-Marie Cavada behauptet, dass die Europäische Union politischen Druck auf die Giganten des Internets ausüben mussten, insbesondere auf die GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon). In der Tat beherrschen diese Unternehmen, welche ihren Sitz außerhalb Europas haben, die Mittel zur Verbreitung von kulturellen und künstlerischen Inhalten, wohingegen die EU in der Schaffung dieser Inhalte viel aktiver ist.

Helga Trüpel freute sich über die Tatsache, dass sich das Europäische Parlament wahrscheinlich in der Mehrheit für eine stärkere Regulierung entscheidet, was vor einem Jahr noch nicht der Fall war, vor allem am Anfang der Debatte über die Reform des Urheberrechts 2015.

Außerdem hat Jean-Marie Cavada darauf hingewiesen, dass „der Kunst- und Kulturbereich in Europa 536 Milliarden Euro im Jahr mit 7,1 Millionen Arbeitsstellen erwirtschaftet, mehr als die Automobilindustrie und Telekommunikationsbranche zusammen“ (gemäß einer Studie des Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY im Jahr 2014). Zum Schluss appellierte er an die Zuschauer des Reeperbahn Festivals, Druck auf die jeweiligen Regierungen auszuüben, insbesondere mit Blick auf das Digitales Gipfeltreffen in Tallinn, das für den 29. September 2017 vorgesehen ist.

 

 


Podiumsdiskussion "Kunst & Demokratie: Globalisierung und Schaffen" (24. August 2017)

Jenny Friedrich-Freksa, Jemek Jemowit und Stephanie Thiersch (v. l. n. r) (Fotos: © DagmarMorath, © Norman Behrendt, © image manager gallery stephanie thiersch).

Die dritte Podiumssitzung der Reihe "Kunst & Demokratie" hat am 24. August 2017 in Berlin im Rahmen des Pop-Kultur Festivals stattgefunden. Stephanie Thiersch, Gründungschoreografin der Kompanie MOUVOIR und Mitglied des DFKR, sowie Jemek Jemowit, Musiker und Konzeptkünstler haben ihre Erfahrungen und Überlegungen im Zuge dieser Diskussion mit dem Titel "Globalisierung und Schaffen", geteilt. Ein besonderes Thema im Einklang mit den Lebensläufen der beiden Teilnehmer, von denen die eine mehrere künstlerische Projekte in der ganzen Welt geleitet hat und der andere gebürtig aus Polen kommt und wohnhaft in Berlin ist. Die Moderation übernahm Jenny Friedrich-Freksa, Chefredakteurin des Magazins Kulturaustausch, welches vierteljährig im internationalen Rahmen veröffentlicht wird.

Durch ihre Beiträge haben die Teilnehmer die Vor- und Nachteile der  Globalisierung des künstlerischen Austauschs, analysiert. Ein de facto ambivalentes Phänomen: unter die großen Vorteile, welche die Globalisierung mit sich bringt, zählt insbesondere die Entdeckungen von neuen Einflüssen sowie die Erweiterung des Horizonts der künstlerischen Kooperationen, dank der Entwicklung der Mobilität und insbesondere der des Internets. Als Nachteile nennen Stephanie Thiersch und Jemek Jemovit die Verpflichtung im Internet für sich zu werben und dass die lokalen Veranstaltungen an Bedeutung verlieren durch die großen, weltweiten Einflüsse, welche mit der Globalisierung einhergehen.


(Foto: Institut français Deutschland)

Der Eingriff der Politik in die Kultur, beispielsweise wenn sich äußere Konflikte auf lokale, künstlerische Veranstaltungen auswirken, wurde ebenfalls während der Podiumsdiskussion thematisiert, während mehrere Künstler ihren Auftritt auf dem Pop-Kultur-Festival aufgrund ihrer persönlichen, politischen Überzeugungen abgesagt haben.

Die Veranstaltung, organisiert durch das Institut Français in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Pop-Kultur-Festival und dem Deutsch-Französischen Kulturrat, steht im Rahmen des Programms "Frankfurt auf Französisch" anlässlich der Einladung Frankreich als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017.


Podiumsdiskussion "Kunst & Demokratie: Literatur, Kultur, Zensur" (Berlin, 14. Juni 2017)

Myriam Anderson, Annette Kulenkampff, Alexander Skipis, Catherine Trautmann, Dr. Christoph Links (v. l. n. r.) (Foto: Institut français Deutschland - HCCFA)

"Die Aufgabe des DFKR ist es, die deutsch-französische Zusammenarbeit in das europäische Kulturverständnis zu integrieren."

Catherine Trautmann auf den Buchtagen Berlin 2017

 

Die französische Ko-Präsidentin des DFKR, Catherine Trautmann, hat im Rahmen der Buchtage Berlin am 14. Juni 2017 an der zweiten deutsch-französischen Podiumsdiskussion "Kunst & Demokratie: Literatur, Kultur, Zensur" teilgenommen. Sie diskutierte zum Thema Meinungsfreiheit mit Annette Kulenkampff (Geschäftsführerin documenta und Museum Fridericianum), Dr. Christoph Links (Verleger und Herausgeber) und Myriam Anderson (Lektorin Actes Sud). Moderiert wurde die Diskussion von Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer Börsenverein des Deutschen Buchhandels). Zusammen appellierten sie an die Kunst- und Kulturbranche, Haltung zu zeigen und bedrohten Kolleginnen und Kollegen im Ausland zur Seite zu stehen. Von der Politik forderten sie im Hinblick auf rechtspopulistische Tendenzen in der Gesellschaft ein klares Bekenntnis zu den demokratischen Grundwerten und eine stärkere Unterstützung der freien Kunst.

Im Laufe der Debatte äußerten Catherine Trautmann und Christoph Links den Wunsch, dass die Staaten, im Falle von Veröffentlichungen mit gewalttätigem oder rassistischem Inhalt auf Internet-Plattformen, die rechtliche Verantwortung übernehmen sollten, um die Selbstzensur dieser Seiten zu begrenzen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass an die Bedeutung der Rolle der Staaten bei der Verteidigung der Rechte und Freiheiten der Künstler sowie bei der Aufrechterhaltung der Rahmenbedingungen des künstlerischen Schaffens, seien sie institutionell, wirtschaftlich oder juristisch, erinnernt werden müsse.


Catherine Trautmann während ihrer Keynote (Foto: Institut français Deutschland - DFKR)

Zuvor hielt Catherine Trautmann eine Keynote zur Bedeutung der kulturellen Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs. Ihre Teilnahme an den Buchtagen entstand durch eine Kooperation des DFKRs mit dem Institut français Deutschland und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die nächsten Podiumsdiskussionen der Reihe "Kunst & Demokratie", organisiert vom Institut français und in Zusammenarbeit mit dem DFKR, sind für August und September 2017 geplant.


56. Sitzung des DFKR in Saarbrücken

Kathrin Ebser (Referentin), Stephanie Thiersch, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Doris Pack, Florian Drücke, Bruno Boutleux, Stefanie Pilger (Dolmetscherin) und Catherine Robinet (von links nach rechts; Foto: DFKR)

Am 4. April hat die 56. Plenarsitzung des Deutsch-Französischen Kulturrates in Saarbrücken, unweit der deutsch-französischen Grenze, stattgefunden. Auf der Tagesordnung standen die Teilnahme Frankreichs als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2017, die aktuellen Entwicklungen zur Urheberrechtsreform der Europäischen Kommission und das weitere Vorgehen in Bezug auf die Themen „Kulturelle Erziehung“ und „Integration durch Kultur“. Diese zahlreichen Punkte waren ein Garant für einen angeregten und konstruktiven Austausch !

In freudiger Erwartung auf die nächste Sitzung weisen wir auf die letzte Stellungnahme des DFKR (5. Januar 2017) hin.


Der DFKR ist nun auch in den sozialen Netzwerken vertreten

Der Deutsch-Französische Kulturrat besitzt nun seit einigen Tagen eine Facebook-Seite sowie einen Twitter-Account mit dem Ziel, die zahlreichen deutsch-französischen Initiativen im Kunst- und Kulturbereich zu teilen und weiterzuleiten. Sie sind herzlich eingeladen uns zu folgen, indem sie oben rechts auf dieser Seite auf die Icons klicken, und somit immer informiert bleiben!


Podiumsdiskussion "Kunst & Demokratie: Frauen, Kulturen, Freiheiten" (Berlin, 7. März)

Nadia Beugré, Doris Pack und Frédérique Bedos (von links nach rechts; Foto: Institut français Deutschland)

Die deutsche Generalsekretärin des DFKR, Doris Pack, hat am 7. März 2017 die Diskussionsveranstaltung "Kunst & Demokratie: Frauen, Kulturen, Freiheiten" mit der Journalistin und Regisseurin Frédérique Bedos und der Choreografin und zeitgenössischen Tänzerin Nadia Beugré in der Französischen Botschaft in Berlin moderiert. Die Veranstaltung wurde vom Institut français Deutschland  im Rahmen des Programms Frankfurt auf Französisch und anlässlich des Internationalen Frauentages in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Kulturrat organisiert. Der Film Des femmes et des hommes von Frédérique Bedos wurde im Anschluss an die Diskussion gezeigt.


Doris Pack und Bénédicte Savoy begleiten Bundespräsident Joachim Gauck nach Paris

Auf Einladung des scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck begleitet Doris Pack ihn auf seinem Abschiedsbesuch in Paris am 25. und 26. Januar 2017. Anlass ist ihr großes Engagement in den deutsch-französischen kulturellen Beziehungen, insbesondere in ihren Funktionen als deutsche Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Kulturrates und Vorstand der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit.
Auch auf französischer Seite begleitet ein Mitglied des DFKR den Bundespräsidenten auf seinem Abschiedsbesuch: Bénédicte Savoy ist Professorin für Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin und Mitglied des Stiftungsrates der Kulturstiftung des Bundes.


Frankreich als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2017

2017 wird Frankreich als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen. Dies bietet auch dem DFKR die Möglichkeit, rund um dieses Ereignis mit französischen und deutschen Akteuren der Buchbranche  zusammen zu arbeiten.

Mehr Informationen zur Teilnahme Frankreichs an der Buchmesse finden Sie hier!


55. Plenarsitzung in Hamburg und Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung

Gastgeber Olaf Scholz im Kreise der Mitglieder des DFKR (Bild: Janne Rumpelt / Senatskanzlei Hamburg)

Am 30.11.2016 fand die 55. Plenarsitzung des DFKR auf Einladung des Bevollmächtigten für Kulturelle Angelegenheiten und ersten Bürgermeister der Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, in Hamburg statt.

Anlässlich der Plenarsitzung haben die Mitglieder sich geeinigt, eine Gemeinsame Erklärung über die Wichtigkeit und den Schutz des Urheberrechts zu veröffentlichen. Hier finden Sie den Text.

Auszug: "Der DFKR ist der Ansicht, dass der Kampf gegen sämtliche Formen des Extremismus vorrangig auf der Ebene der Kultur und des Meinungsaustausches geführt werden muss. Die Vermittlung demokratischer Werte wie freie Meinungsäußerung und Achtung der Menschenrechte, die Förderung des interkulturellen Dialoges sowie der Kampf gegen die kulturelle Vereinheitlichung stellen zahlreiche essentielle Herausforderungendar, denen Frankreich und Deutschland gemeinsam gerecht werden können und müssen."


Thomas Ostermeier erhält den Prix Européen de la SACD


Gemeinsame deutsch-französische Erklärung zum Urheberrecht

© 2015 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Beim letzten deutsch-französischen Ministertreffen vom 31. März 2015 haben die französische Kulturministerin, Fleur Pellerin, und der deutsche Justiz- und Verbraucherschutzminister, Heiko Maas, eine gemeinsame Erklärung zum Urheberrecht unterzeichnet. Sie betonen dabei die zentrale Rolle des Urheberrechts für Kreativität und Innovation in Europa. Die Erklärung stützt sich dabei auch auf die Empfehlungen des Deutsch-Französischen Kulturrates. Der DFKR setzt sich im Sinne der Bewahrung kultureller Vielfalt in Europa sowie der gerechten Entlohnung von Künstlern und Kreativschaffenden für einen verstärkten Schutz der Urheberrechte und des geistigen Eigentums im europäischen Kontext ein.


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