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Urheberrecht

Der Schutz des künstlerischen Schaffens und des geistigen Eigentums im Zeitalter der Digitalisierung gehört zu den Schwerpunkten des Rates in den letzten Jahren. Der Rat hat deutsche und französische Experten aus unterschiedlichen Bereichen (Forum des droits sur l’internet, SACEM, Deutsche Nationalbibliothek, SWR) zu diesem Thema gehört und entsprechende Empfehlungen formuliert. Die Autorenrechte sind in zweifacher Hinsicht bedroht: durch neue Technologien (vor allem durch das www), die sich im Bereich der Musik und des Films immer mehr durchsetzen, und durch die großen Konzerne der Kulturindustrie, die das amerikanische System des Entertainment bevorzugen. Der Rat wird diese Problematik auch künftig wachsam verfolgen und sich um eine Harmonisierung des deutschen und des französischen Standpunkts bemühen.


Unterstützung der Sprache und der Kultur des Nachbarn

Dem Spracherwerb der jeweiligen Partnersprache in Deutschland und Frankreich gebührt seit der Gründung des Rates eine Sonderstellung. Eine große Anzahl an Empfehlungen zu diesem Thema wurde an die Regierungen gerichtet, u.a. zur Durchsetzung des „Aktionsplans für die Partnersprache“, der 2004 vom damaligen Erziehungsminister François Fillon und dem damaligen Bevollmächtigten für die deutsch französischen kulturellen Beziehungen, Peter Müller, verabschiedet wurde. In Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft und dem Büro II des Bevollmächtigten Peter Müller hat der Rat maßgeblich an einer Evaluierung über den Stellenwert der Partnersprache bei den größten börsennotierten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und Frankreich mitgewirkt. Im Zusammenhang mit der Förderung der Sprache hat der Rat stets auf die Bedeutung der Goethe-Institute bzw. der Instituts Français im Prozess des zusammenwachsenden Europas hingewiesen; ebenso misst er den grenzüberschreitenden Möglichkeiten zum gegenseitigen Empfang von Rundfunk- und Fernsehprogrammen einen hohen integrativen und damit nicht nur kulturellen, sondern auch sozialpolitischen Stellenwert bei.


Weimarer Dreieck

Obwohl dem Rat bei der Gründung von den beiden Regierungen die Förderung der bilateralen Kulturbeziehungen aufgetragen wurde, hielten die Mitglieder seit der Jahrtausendwende die Überwindung der bilateralen Kulturbeziehungen und die Einbeziehung anderer europäischer Nationen, vor allem Mittel und Osteuropas, für unerlässlich auf dem Weg zu einem besseren Verständnis und einer verbesserten europäischen Kooperation auch über die Kultur hinaus. Der Rat hat in den Jahren 2003 und 2005 Kolloquien in Polen über die Bedingungen künstlerischen Schaffens in der erweiterten EU durchgeführt.


Einbeziehung der Zivilgesellschaft

Ein weiterer Schwerpunkt des Rates ist die Einbeziehung der Zivilgesellschaft, d.h. die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten zur Ablösung der heute häufig staatlich diktierten Austauschprogramme durch kooperativ erarbeitete, und die Überwindung der vorwiegend hierarchischen Strukturen (Lobbying in Form von Empfehlungen und die Teilnahme an Arbeitstreffen). In diesem Zusammenhang hatte der Deutsch-Französische Kulturrat bei seinem 5. Mandat Arbeitsgruppen zu den Themen Mäzenatentum und bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft eingerichtet.


Deutsch-französische Jugendzeitung EXTRA

Die deutsch-französische Jugendzeitung EXTRA wurde im Jahr 2004 initiiert von dem Deutsch-Französischen Kulturrat und der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit zunächst in Kooperation mit den größten regionalen Tageszeitungen Saarbrücker Zeitung und Républicain Lorrain und seit dem Jahr 2007 zusätzlich mit dem Luxemburger Tageblatt. EXTRA erreicht ca. 350.000 Haushalte mit etwa einer Million Lesern.

Unter der Leitung einer zweisprachigen Journalistin haben bisher acht Staffeln von Jugendlichen aus der Grenzregion Saar-Lor-Lux das dreisprachige Jugendmagazin erarbeitet, das viermal jährlich als Beilage in den Wochenendausgaben der beteiligten Tageszeitungen verteilt wird. Das Redaktionsteam der ersten Staffel erhielt im Jahr 2005 den vom Deutsch-Französischen Jugendwerk ausgelobten Jugendpreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises. Im Jahr 2007 gehörte EXTRA zum offiziellen Programm „Europäische Kulturhauptstadt Luxemburg und Großregion“.

++Info++

Die neueste Ausgabe von dem Jugenzeitung EXTRA können Sie hier als PDF-Datei herunterladen sowie alle anderen seit 2004 unter „Veröffentlichungen” auf unserer Webseite.